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Mittwoch, 21. Mai 2008

Lieber Lästerarsch

Dein kurzer, aber prägnanter Ausspruch hat mir buchstäblich den Schlaf geraubt, denn ich war gerade dabei einzuschlafen - aber wie das so ist, kommen mir die beste Ideen kurz vor dem Einschlafen. Respekt, you keep me thinking.

Nun, es ist schön dass Du Dich mit einem Kulturwissenschaftler auf eine Diskussion einlässt, die ich unter der harten Schule von Antje, gelernt habe zu führen.

Da Du Dich ja anonym gibst, kenne ich Deinen Hintergrund nicht, aber sollte er nicht aus meinem Wissenschaftsbereich sein, dann wird es umso interessanter! Immerhin haben "Piiiida" und ich doch ein paar ganz spannende Techniken der Dekonstruktion kennengelernt die oftmals für verblüffte Gesichter sorgen - so auch bei mir, als ich das erste mal von Antje dekonstruiert wurde...

Also gut, Du kommunizierst hier also die Haltung ich würde mich über die lokale Gesellschaft stellen und sie belächeln. Das halte ich für etwas gewagt, denn da frage ich Dich erstmals zurück: "Für wen sprichst Du?" - eine aus postmoderner Sicht durchaus relevante Frage, die ich nur mit einem "Na , für Dich" beantworten kann.

Aha? Ja, denn könnte es sein dass das was Du mit Deinem Post implizierst, gar nicht meine Haltung ist?
Du denkst also es gibt eine "Gesellschaft" über die ich mich stelle - und ich dabei frage ich mich: "Was ist eine Gesellschaft? - Was ist Deine Gesellschaft" Ist dies nicht nur ein soziales Konstrukt und sind wir nicht letztlich alle Gäste, überall auf der Welt?

Nein, wirst Du sagen, "Du bist Ausländer und nur in Deiner Nation zuhause" - Hierbei stellt sich unmittelbar die Frage nach dem Nationalbegriff? In welchem Zusammenhang verwendest Du ihn? Gehst Du vom Staatenbund unter eine Gesetzgebenden Verfassung aus, oder geht es um soziale Normen?

Gerade hier begibst Du Dich aber schnell auf Glatteis - denn die Frage stellt sich: "Was bist Du?"
"Ich bin Deutscher" - Aha...und was macht Dich zum typischen Deutschen? Koennte es nicht sein dass wir letztlich wieder auf die anfangs beschriebenenen sozialen Konstrukte eingehen?
Wir sind also das Ergebnis unserer Umwelt.

Wenn Du nun also sagst dass ich mich ueber die einheimische Gesellschaft stelle, dann ist genau dieser Ansatz der den es zu dekonstruieren gilt, da er alte, chauvinistische, und am Ende gar rassenbasierte Theorien bezüglich Heimat und Nation beinhaltet.

Zum Schluss frage ich mich wann Du das letzte mal im ethnisch sehr heterogenen Malaysia warst.
Gut, ich weiss, Du sprichst natürlich nur für Dich.

In diesem Sinne, Grüße ich meinen Homie Piiida. Weiterhin möchte ich Tom Cruise auf meiner Seite begrüßen.

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